Mit Cloud-First-Ansatz zur vollständigen Transformation

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„Cloud First“ ist seit Jahren das Mantra, viele Unternehmen sehen es aber als eine Evolution der Abstraktion. Es begann als „Virtual First“ mit der Abstraktion physischer Server, die durch logische Server ersetzt wurden. Dann kam „Cloud First“ und abstrahierte Server aus physischen Rechenzentren. In jüngster Zeit wandelte sich „Cloud First“ zu einer Abstraktion von Middleware- und Datenbankanwendungen, für die Platform-as-a-Service (PaaS) kam.

Im Zuge der Iterationen von „Cloud First“ hat sich auch die Definition der Cloud weiterentwickelt, und viele Anbieter verwischen gerade die Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Cloud-Funktionen. Für Kunden besteht bereits die Möglichkeit, Funktionen, die traditionell nur in einer öffentlichen Cloud verfügbar waren, in ihre eigenen Rechenzentren zu verlegen. Mittlerweile ist die Single-Tenancy einer privaten Cloud auch in einer öffentlichen Cloud verfügbar. Noch weiter verschwimmen die Grenzen mit Produkten – deren Marktanteil in allen Branchen rasant steigt  –, mit denen Workloads nur einmal entwickelt und dann aus einer lokalen privaten Cloud in eine öffentliche Cloud oder zwischen öffentlichen Clouds verschoben werden. Mit all den heute verfügbaren Optionen wurde das Universum der Produkte und Services immer komplexer und unübersichtlicher.

Öffentliche Cloud am eigenen Standort

Eines der ersten viel beachteten und weit verbreiteten Produkte war Azure Stack von Microsoft. Azure Stack wird Kunden als Komplettpaket aus Rack(s), Servern, Speicher, Netzwerk- und SAN-Switches sowie Software bereitgestellt. Die zugrunde liegende Hardware, Software, Verwaltung oder Überwachung muss nicht vor Ort verwaltet werden. Es handelt sich lediglich um eine einfach zu bedienende Weboberfläche für Administratoren und Entwickler. Die idealen Anwendungsfälle von Azure Stack sind Szenarien am Edge (lokale Datenverarbeitung, die später an zentralen Standorten zusammengeführt wird), unvernetzte Szenarien (Standorte ohne oder mit schlechter Konnektivität, häufig in der Fertigung) oder hochregulierte Umgebungen. Azure Stack ermöglicht die einheitliche Bereitstellung von Servern, Containern, DBaaS (Database-as-a-Service) und PaaS-Webdiensten, sodass derselbe Code unverändert an verschiedenen Standorten bereitgestellt werden kann. Mit den Public-Cloud-Funktionen von Azure in einer lokalen Freisprechlösung können Anwendungen auch problemlos aus der lokalen Cloud in die öffentliche Cloud verschoben bzw. dort erweitert werden.

Auf der Cloud Next 2018 sorgte dann Google mit seinem GKE On-Prem-Angebot für Furore. Für Early-Birds verlegte GKE On-Prem eine validierte, getestete und verwaltete Version der Kubernetes Engine von Google an den eigenen Standort. Das als Softwarelösung angebotene GKE On-Prem kann auf vorhandener Hardware in privaten Cloud-Umgebungen implementiert werden. Auch wenn das Angebot der öffentlichen Cloud-Funktionen von GKE On-Prem eher eingeschränkt ist, bietet es Kunden eine konsistente Kubernetes-Erfahrung bei der synchronen Ausführung von Containern mit verschiedenen Google Cloud Platform (GCP)-Versionen, bei der Verwendung der gleichen Google Cloud-Konsole für die zentrale Verwaltung mehrerer Cluster sowie bei der problemlosen Portierung von Anwendungen zwischen dem eigenen Standort und der öffentlichen Cloud. Dabei integriert sich GKE On-Prem nicht nur in die Google Cloud-Konsole, sondern auch in das Identity and Access Management (IAM) von GCP, die Überwachung und Protokollierung von Stackdriver, Google Cloud Build und andere Services von GCP. GKE On-Prem bietet Benutzern eine einfache und einzigartige Methode der Entwicklung und Verwaltung containerisierter Anwendungen, durch die die private und die öffentliche Cloud verschmelzen.

Amazon dagegen kündigte anlässlich seines jährlichen Großereignisses, der re:Invent 2018, sein neues AWS Outposts-Angebot an (das genaue Einführungsdatum stand noch nicht fest, wird aber für die zweite Hälfte des Jahres 2019 erwartet). Ähnlich Microsofts Blackbox-Konzept wird AWS Outposts als vollständig verwaltetes Hardware- und Softwarepaket bereitgestellt, dessen Schnittstelle auf die der AWS Public Cloud abgestimmt ist. Anfangs wird AWS Outposts nur IaaS-Server-Workloads über virtuelle Elastic Compute Cloud (EC2)-Maschinen und Elastic Block Store (EBS)-Dateisysteme unterstützen.

Private Cloud goes public

VMware ist nach wie vor Spitzenreiter lokaler Hypervisors (91 % gemäß der Gartner-Studie Market Share Analysis: Virtualization Infrastructure Software, Worldwide, 2017), wobei die meisten Unternehmen inzwischen kompetente Betriebsteams rund um ihre VMware-Features aufgebaut haben. Amazon und VMware bieten als Partner VMware Cloud unter AWS als Methode an, bestehende Workloads auf Single-Tenant-Server zu verschieben. An der Verwaltung und Bereitstellung der Workloads hat sich dadurch nicht viel geändert, und durch die vertrauten Prozesse und Tools ist der Schulungsaufwand gering.

Die Workloads können nahtlos zwischen lokalen VMware-Instanzen und VMware Cloud unter AWS portiert werden. Die gemeinsame Architektur ermöglicht auch eine schnelle und sichere Bereitstellung, Konfiguration und Tests von Disaster Recovery (DR)-Lösungen. Innovationen werden durch die direkte Konnektivität von VMware Cloud unter AWS mit der öffentlichen Cloud von AWS gefördert, aus der Cloud-native Services von den noch auf VMware gehosteten Legacy-Anwendungen aufgerufen werden können.

Plattformübergreifende Hybridfunktionen

Pivotal Cloud Foundry (PCF) basiert auf der Open-Source-Technologie Cloud Foundry und bietet zusätzliche Unternehmensservices und vollständig verwalteten Support. PCF stützt sich auf virtuelle Maschinen und Container, mit denen Unternehmen eigene PaaS-Services erstellen oder PaaS-Services aus ihrem Pivotal Services Marketplace bereitstellen können. Trotz Verwaltungsebene, die PCF hinzufügt, behält das Unternehmen die vollständige Kontrolle über seine PaaS-Umgebungen und -Daten. Die Containerisierung, PaaS-Services, ein gemeinsamer Marketplace und die Integration in gängige DevOps-Tools machen es zu einer attraktiven Option für Unternehmen, die Cloud-native Apps entwickeln möchten, ohne an einen bestimmten Cloud-Service-Provider gebunden zu sein. Unternehmen können PCF in lokalen oder öffentlichen Cloud-Umgebungen bereitstellen und Workloads nahtlos zwischen Cloud-Modellen und Cloud-Service-Providern migrieren.

Kubernetes (K8s) ist eine von Google entwickelte Container-Orchestrierungs-Engine, die Google als Open-Source-Paket der Cloud Native Computing Foundation gestiftet hat. Mit Kubernetes kann Software als Container bereitgestellt werden, die dann verwaltet, per Load-Balancing ausgeglichen und automatisch skaliert werden. Das ursprünglich von Google entwickelte Kubernetes hat sich inzwischen zum Standard für die Container-Orchestrierung in lokalen Umgebungen und der öffentlichen Cloud entwickelt. Microsoft und vergleichbare Unternehmen haben kürzlich die Einstellung ihrer eigenen Containerplattformen wie Azure Container Service (ACS) angekündigt, um sie durch eine Kubernetes-basierte Lösung auszutauschen. Viele gängige Container- und PaaS-Plattformen basieren ebenfalls auf Kubernetes. Hierzu gehören Azure Kubernetes Service (AKS), Google Kubernetes Engine (GKE), Amazon Elastic Container Service für Kubernetes (EKS), Pivotal Kubernetes Service (PKS), Platform 9, RedHat OpenShift und OpenStack. Mit Kubernetes als plattformunabhängige Container-Orchestrierungs-Engine können Unternehmen containerisierte Anwendungen vor Ort entwickeln und anschließend in die öffentliche Cloud verschieben – der Entwicklungs- und Verwaltungsprozess bleibt dabei konsistent.

Wir bei NTT DATA Services glauben, dass Unternehmen das volle Potenzial des Cloud Computing noch nicht ausgeschöpft haben. Die heutige Cloud wird von Unternehmen normalerweise als Teil einer umfassenderen Strategie der Digitalisierung, Transformation, Kosteneinsparung und/oder Erschließung neuer Märkte angesehen.

Unser Cloud-Beratungsteam hilft Kunden, die Cloud in ihr Kerngeschäft zu integrieren und alles für die Cloud-Transformation Nötige bereitzustellen. Der erste Schritt dabei ist ein Cloud-First-Ansatz.

Beitragsdatum: 12.03.2019

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